Produktion Deutschland, USA 2026
Laufzeit 90 Minuten
Regie: Julian Rosefeldt
Drehbuch: Julian Rosefeldt
Produktion: Christian Alvart, Ali Brody, Siegfried Kamml, Konstantina Manolova, Wassili Zygouris
Bildgestaltung: Christoph Krauss
Montage: Bobby Good
Musik: Brooklyn Youth Chorus, Cassie Kinoshi, Samy Moussa
Darsteller: Giancarlo Esposito, Asa Ali, Cate Blanchett, Robert Bronzi, Marley Chenette, Tia Murrell, Virginia Newcomb, Esther Odumade, Rocio Rodriguez-Inniss, Luis Rosefeldt, Dora Zygouri
Im September auf der Filmkunstmesse in Leipzig und ab Dezember 2026 im Kino.
Fliegende Kamera, fulminante Musik, messerscharfe Dialoge und Cate Blanchett als diabolischer Tiger: Julian Rosefeldt zelebriert in seinem nachManifesto zweiten Spielfilm Euphoria Kapitalismuskritik als elegante, dystopisch-surreale Filmoper in 5 Akten.
Die dystopisch-knisternde Stimmung in Euphoria erinnert an Filme wie Blade Runner oderKoyaanisqatsi. Für seinen zweiten Spielfilm hat sich Julian Rosefeldt die Geschichte des Kapitalismus vorgenommen, und dafür mal düstere, mal theatralisch-absurde Bilder geschaffen. In fünf spektakulär inszenierten, lose mit einander verbundenen Episoden greift der Berliner Filmkünstler gängige Diskurse auf – etwa warum der Kapitalismus bis heute alternativlos scheint und selbst für diejenigen, die seine zerstörerische Allmacht erkennen, weiterhin so verführerisch und unwiderstehlich bleibt.
Das klingt natürlich konstruiert, und das ist es - wie in einer Collage zu einem bestimmten Thema - auch, aber durch eine brillante Besetzung, zahlreiche Filmzitate und originelle Inszenierungseinfälle ist Euphoria ein Film dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann und den man eigentlich mehrfach ansehen muss um seinen Aufwand und seine Konstruktion halbwegs würdigen zu können.
Wie in seinem ersten Kinofilm Manifesto, in dem Cate Blanchett in verschiedenen Rollen und faszinierender Wandelbarkeit revolutionäre Manifeste rezitiert, greift Rosefeldt auch diesmal beim Drehbuch auf vorhandenes Material zurück. Sämtliche Dialoge in Euphoria sind aus Texten berühmter Schriftsteller:innen, Philosoph:innen, Ökonom:innen, Dichter:innen und Musiker:innen kollagiert. Da treffen Zitate von Sophokles und Platon auf Passagen von Karl Marx und Michel Houellebecq, und Martin Luthers feurige Reformationsgedanken auf saloppe Kapitalismuskritik von Snoop Dogg, Cardi B. und bell hooks.
Trailer: https://vimeo.com/887950128
https://www.julianrosefeldt.com/
Tolle Kritik:
https://www.critic.de/film/euphoria-20273/
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